Das Dilemma der On-off-Beziehungen - Blogbeitrag von Sandra Heitmann Beziehungscoach - Familie-Liebe-Frieden

Wie oft hast du dich schon gefragt, ob das die Liebe deines Lebens ist? Etwas ist da. Etwas verbindet euch, ganz klar. Doch da gibt es auch eine Menge, was nicht gelingt. Ihr trennt euch ja nicht unnötig immer wieder. Es kommt ja nicht grundlos zur On-off-Beziehung.

Heute erzähle ich dir etwas Persönliches. Denn ich bin fast elf Jahre mit meinem Partner zusammen und heute sehr glücklich mit ihm. Doch auch unsere Beziehung war lange Jahre eine On-off-Beziehung. Es war zum Verzweifeln. Ging nicht mit und nicht ohne.

Wir liebten uns, soviel war klar. Doch wir verletzten einander auch. Die Beziehung kam einfach nicht dauerhaft an die Tiefe heran, die ich mir immer ersehnt hatte. Vielleicht hast du bereits meinen Beitrag Nähe in der Beziehung zulassen gelesen. Dann weißt du, dass das Thema Nähe-Distanz ein großes Thema für mich war.

Die Wünsche und Bedürfnisse anderer Menschen konnte ich gut erspüren, aber meine eigenen zum Ausdruck bringen und dafür sorgen, dass diese erfüllt werden, darin war ich echt schlecht. Um nicht zu sagen, eine absolute Niete. Nein, sagen und Grenzen setzen, das konnte ich nicht. Ein Nein ertragen ebenso wenig. Daher vermied ich es auch, mir eines einzufangen und fragte gar nicht erst. 😉

An dieser Stelle mag ich auch die Themen Narzissmus und Bindungsangst auf den Tisch bringen. Denn viele, die in diesem Dilemma stecken, vermuten Narzissmus und Bindungsangst dahinter. Ich habe dazu Beiträge verfasst, die ich dir ans Herz legen mag. 

Narzissmus – Schwäche im Selbstwertgefühl

7 Tipps, wie das Leben mit einem Narzissten gelingen kann

Bindungsangst – Angst vor Beziehung

Distanzierte Beziehungen geben Sicherheit

Obwohl ich mir so sehr die Nähe wünschte und so sehr wünschte, dass mein Partner ein fester Bestandteil meines Lebens wird, so sehr habe ich auch vermieden, mich VOLL einzulassen. Ehrlich gesagt, nicht bewusst, sondern aus Gewohnheit. Früh hatte ich gelernt, mich in Beziehungen selbst an letzte Stelle zu setzen. 

Auf ihn hatte ich mich deutlich mehr eingelassen als auf vorherige Partner. Daher war der Sicherheitsabstand einer On-off-Beziehung auch so gut für mich. In der Nähe drohte ich regelrecht zu verbrennen. 

Wenn ich dich frage, ob du dich voll einlässt, dann wirst du wahrscheinlich zunächst JA sagen. Aber ich frage dich, ob du damit wirklich ehrlich zu dir bist. Zeigst du dich wirklich und wahrhaftig, mit allem, was du bist? Hältst du Anteile von dir zurück, weil du befürchtest, dass diese nicht liebenswert sind? Sagst du, wie du dich fühlst und was deine Wünsche, deine Bedürfnisse und deine Grenzen sind? Bleibst du im Feuer stehen, wenn du drohst zu verbrennen? Bist du da glasklar und nahbar oder doch eher Typ distanziertes Milchglas?

Für mich war es lange Jahre sehr gefährlich, mich voll einzulassen. Ich hatte Angst. Angst, nicht geliebt zu werden, wie ich bin. Ehrlich gesagt wusste ich nicht mal so richtig, wer ich bin. Zu lange hatte ich eine Rolle gespielt. Hatte versucht, das Kind, das Mädchen, die Frau zu sein, von der ich annahm, dass andere sie lieben könnten.

Tja, selbst wenn ich so geliebt wurde, fühlte ich mich nicht geliebt. Denn das war gar nicht ich. Ein Teufelskreis.

Nähe und Verbundenheit zulassen

Willst du raus aus der On-off-Beziehung, empfehle ich dir, dass du volles Risiko gehst. Ich selbst habe das gemacht und bin damit gut gefahren. Ich habe meine Wünsche und Bedürfnisse klar und deutlich benannt. Habe aufgehört, übermäßiges Mitgefühl für meinen Partner und seine Sorgen und Nöte zu haben. Damit meine ich, dass ich vorher nahezu 100 % der Verantwortung für das Gelingen der Beziehung übernommen hatte. Sie war mir so wichtig, dass ich vieles tat, damit sie gelingen kann und vieles akzeptierte, was eigentlich auf meiner NoGo-Liste ganz oben stand. Die Verantwortung sollte hier für jeden bei ungefähr 50 % liegen. Check das gern mal für dich.

Wer von euch trägt zu wie viel Prozent zum Gelingen bei? Ist das temporär so oder generell?

Gehst du regelmäßig über deine Grenzen und erlaubst damit unbewusst, dass andere es ebenfalls tun? In dem Fall lebe ich dir meinen Beitrag Nein sagen: Wie du lernst, Grenzen zu setzen ans Herz.

Verbundenheit herstellen bedeutet auch, dass ihr euch in Gesprächen aufeinander einlasst. Zuerst einmal bedeutet es, dass du in der Lage bist, die Verantwortung für deine Gefühle zu übernehmen und ebenfalls in der Lage bist, deinen Raum auf angemessene Weise zu wahren, wenn du drohst zu verbrennen.

Es bedeutet, dass du lernst deine Gefühle, als Botschafter wahrzunehmen und ihre Botschaften für dich anerkennst und dann in deine Beziehung hinein übersetzt.

Verbundenheit herstellen bedeutet, dass du nicht nur sendest, sondern dir Zeit nimmst, deinen Partner mit seinen Wünschen, Bedürfnissen und Grenzen zu erkennen. Nicht die, die du annimmst, sondern die, die klar besprochen wurden. Genau die, solltest du akzeptieren. Auch dann, wenn das bedeutet, dass nur noch eine Trennung möglich ist. In meinem Beitrag Soforthilfe bei Verlustangst: 3 Tipps für dich findest du drei Möglichkeiten, mit deiner Angst vor diesem Schritt umzugehen. 

Potenziale sind Luftschlösser

Manchmal höre ich, dass Menschen sich in das Potenzial ihrer Partner verlieben. Ich möchte dir an dieser Stelle verraten, dass ich ebenfalls lange das Potenzial in meinem Partner sah. Er lebte es aber nicht. Generell liebte ich ihn auch so, doch – und das ist wichtig – liebte ich mich nicht in unserer Beziehung. Ich liebte ihn mehr als mich. Das funktioniert nicht. Damit habe ich die Beziehung aus dem Mangel an Liebe heraus aufrechterhalten. Ich habe versucht, einen unfairen Deal zu generieren. Habe meine Liebe verschenkt, um Liebe zu erhalten. Traurig, aber wahr.

Es ist wichtig, dass wir selbst uns in der Beziehung lieben. So wie wir in der Beziehung sind.

Es ist wichtig, dass wir unseren Partner lieben, so wie er JETZT ist und nicht, wie wir ihn uns wünschen.

Lange habe ich angenommen, dass ich nicht wichtig genug sei, damit meine Wünsche erfüllt werden. Diese Annahme verleitete mich dazu, mich immer wieder darauf einzulassen. Anzunehmen, was ich bekommen konnte, weil ich fürchtete, nicht mehr bekommen zu können. Das Dilemma der On-off-Beziehungen …

In ihm sah ich meinen Seelenverwandten und ich konnte mir nicht vorstellen, ohne ihn zu leben.

Wie zuvor bereits geschrieben: Ich ging das Risiko ein, ohne ihn zu leben. Begann mich zu lieben, mehr und mehr.

On-off-Beziehung: Mangel an Selbstliebe

Wenn du ebenfalls in einer solchen Beziehung steckst, dann schau mal, wo du dich nicht genug liebst.

  • Wie sehr liebst du dich und achtest du dich?
  • In welchen Punkten kannst du deine Selbstliebe vertiefen?
  • Gibt es Freunde, oder andere Menschen, die dich dabei unterstützen können?

Spiegelübung

Wann immer du an einem Spiegel vorbeikommst, kannst du dich anschauen und diese Selbstliebe-Übung praktizieren. Schaue dir wirklich in die Augen. Schenke dir ein Lächeln. Dann sage dir:

Liebe (dein Name).

Ich vergebe dir, dass_______________.

Ich bin stolz auf dich, weil _____________________.

Danke, dass ________________.

(dein Name) Ich liebe dich.

Auch wenn sich das seltsam anfühlen mag, es ist eine sehr tiefgehende Übung, die starke Kraft entfaltet. Sie wird mit der Zeit ihre Wirkung entfalten. Bleibe also für ein paar Wochen dran. Du lernst dabei mitfühlend mit dir zu sein, dich selbst anzuerkennen und liebevoll mit dir umzugehen.

Neben der Spiegelübung kann ich dir von Herzen mein Human-Design-Beziehungscoaching als Startschuss zu deiner Reise der Selbstliebe empfehlen. Wir können genau schauen, was in deiner Beziehung schiefläuft, warum es immer wieder zur Trennung kommt und was du jetzt lernen kannst. Du wirst viel über deinen wahren Kern erfahren, darüber wie du zurückfindest zu dir und zu deinen Stärken. Du wirst erfahren, wie du dir im Moment selbst im Wege stehst und wie du dir aus dem Wege gehen kannst, um endlich die erfüllende und glückliche Partnerschaft zu leben, die du verdient hast. 

Alles Liebe, 
Sandra

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