Überwinde deinen Frust - Dein Weg zum erfüllten Leben - Human Design Motivation Angst, Hoffnung, Verlangen, Bedürfnis, Schuld und Unschuld

Es gibt diese Lebensphasen, in denen wir uns vom Leben auf die Probe gestellt fühlen. Alles scheint schwer und anstrengend, limitierend zu sein. Das Leben fordert uns heraus und manchmal fühlen wir uns dann wirklich verloren, sind wirklich frustriert und erschöpft. Vielleicht kennst du solche Momente und hast dich schon mal nach dem Sinn dieser Erfahrung gefragt.

Der Sinn all dessen ist sicher ein interessantes Thema und ich liebe es darüber zu philosophieren. Denke oft darüber nach und gehe auch mit meinen Kunden gern tiefer, um Ideen dafür zu finden. Ganz gleich, welchen Sinn all das hat, geht es dir aber sicher viel mehr darum, wieder auf den für dich stimmigen Weg zu finden. Du willst, dass der Nebel sich lichtet und du deinen Weg aus der Unsicherheit und Unzufriedenheit findest.

In meinem heutigen Beitrag mag ich dir gern einen Ansatzpunkt aus Sicht des Human Design geben, der dir helfen kann, deinen Weg zu finden.

Deine natürliche Motivation

Wenn du deinen Weg aus dem Nebel deines Lebens herausfinden willst und den Frust hinter dir lassen willst, dann empfehle ich dir, einen Blick auf deine Motivation im Human Design zu werfen. Du findest sie bereits in vielen Gratis-Charts und in meinem Coaching bespreche ich deine Motivation auch gern mit dir. An dieser Stelle kann ich dir auch die kostenfreie Human Design App empfehlen. Dort findest du in den Chart Informationen auch deine Motivation. 

Deine Motivation gibt dir Auskunft darüber, was dich von innen heraus antreibt. Wenn wir ein erfüllendes Leben anstreben, dann ist der Weg dorthin für uns sehr individuell. Ich werde dir in diesem Beitrag sechs Motivationen und ihre Transferenz (später Schatten genannt) vorstellen. Die Transferenz ist unsere Reaktion, wie wir darauf reagieren, wenn wir von unserem Umfeld konditioniert werden. Diese Konditionierung ist unvermeidlich, daher werden wir alle auch unseren Schattenaspekt (die Transferenz) kennen.

Wir können zurückfinden, zu unserer ureigenen Motivation und damit zu einem Leben, das uns erfüllt, statt zu frustrieren. 

Genau deswegen liebe ich das Human Design System. Es hilft mir enorm meinen Weg zu finden und auch meine Kunden dabei zu begleiten, sich selbst besser zu verstehen und auch ihre Liebsten besser zu verstehen. Wir alle sind unterschiedlich und viel zu häufig schließen wir von uns auf andere. Viel zu häufig versuchen wir das zu tun, was vermeintlich von uns erwartet wird, statt unserem ureigenen Wesen zu folgen. Als Coach sind wir nie gefeit davor, unsere Erfahrungen einfließen zu lassen und das Human Design hilft mir enorm dabei, hier klarer zu sehen.

Ich bin davon überzeugt, dass das Human Design uns allen helfen kann, unser Leben erfüllender zu gestalten und liebevollere und harmonischere Beziehungen zu führen.

Gleichzeitig liegt es mir am Herzen, dass du mir nicht einfach alles glaubst, sondern deiner Wahrheit nachspürst. Du allein kannst wissen, was für dich stimmt.

Deine Motivation kann dir helfen, zu verstehen, was dich von innen heraus antreibt und was deine Liebsten antreibt. Das bringt viel Klarheit in unsere Partnerschaft, Familien und in unser enges Umfeld, welches sehr hilfreich sein kann. Unterschiede dürfen wir lernen, wertzuschätzen, statt sie zu bekämpfen. Der erste Schritt ist es, zu dir selbst zu finden. In diesem Beitrag geht es darum, deinen Frust abzulegen. Dir ein dich erfüllendes Leben zu ermöglichen. 

Motivation 1 - Angst

Mit dieser Motivation bist du dazu designt, all das zu tun und zu unterlassen, was dein Überleben sichert. Wenn etwas dein Überleben gefährdet, wirst du es lassen. Dazu darfst du deine Intelligenz nutzen. Im Human Design steht die eins immer dafür sichere Grundlagen zu schaffen und so ist es auch bei dieser Motivation. Wissen ist Macht. Wenn du zurückdenkst, dann war das zu Urzeiten auch die allerwichtigste Motivation.

Wenn du die Motivation Angst hast, dann ist dies in deinem Leben eine treibende Kraft. Du solltest nicht versuchen, deine Ängste zu unterdrücken. Nimm sie als Wegweiser. Höre deiner Angst zu. Schau genau hin und frage dich, was du tun kannst, damit dein Leben sicher ist. Einen guten Plan B zu haben, ist für dich gut. Es ist für dich sinnvoll, wenn du versuchst Risiken zu vermeiden und dich vor den Risiken, die unvermeidlich sind, abzusichern. Gleichzeitig solltest du dich nicht von deiner Angst beherrschen lassen. 

In meinen Coachings hatte ich schon Frauen, die diese Motivation haben und bereits wussten, dass sie sich trennen wollen. Für diese Frauen ist es sinnvoll, sich mit den Konsequenzen ihrer Entscheidung auseinanderzusetzen. Es ist sinnvoll, sich beraten zu lassen, wie sich eine Scheidung auf ihr Vermögen auswirkt. Wie die Regelung in Bezug auf die Kinder oder das Heim sein wird. Nur auf Basis dieses Wissens können sie dann Wege finden, wie sie zukünftig auf eigenen Beinen stehen können. Diese Frauen kennen auch die vermeintliche Versagensangst, es nicht allein zu schaffen. Für sie ist es wichtig zu schauen, was sie brauchen, damit es doch gelingen kann. 

Wenn du mit dieser Motivation also eine Unsicherheit oder Angst spürst, dann solltest du dem nachgehen und nach Wegen suchen, um dich abzusichern. Arbeite mit deiner Angst. Erforsche sie, beobachte sie und arbeite mit ihr. 

Deine Angst ist dein Antrieb, immer Neues zu lernen. Dir immer neues Wissen anzueignen. Dir tut es sicher gut, wenn du dich um dein Urvertrauen kümmerst und es stabilisierst. Arbeite zum Beispiel mit deinem Wurzelchakra, tue etwas für dich, dass dich erdet. Nutze die Emotional Freedom Technique (EFT). Verbringe Zeit in der Natur.

Dein Schatten - Bedürfnis

Wenn deine Motivation die Angst ist, kennst du es vielleicht, dass du dich in die Bedürfnisbefriedigung flüchtest. Du versuchst dann die Bedürfnisse aller zu befriedigen und lenkst dich damit nur von deinen eigentlichen Aufgaben ab. 

In deinem Schatten konzentrierst du dich nicht darauf, was du brauchst. Du wirst dich viel mehr damit beschäftigen, was alle anderen für Bedürfnisse haben, und wirst dich um Familie/Freunde/Arbeitskollegen/die Gemeinschaft kümmern. Dein ureigener Antrieb ist es, mehr wissen zu wollen. Es ist die Angst nicht genug zu wissen. Wenn du glaubst zu wissen, dass du z. B. ebendiese Menschen brauchst und deshalb all ihre Bedürfnisse erfüllen musst, bist du auf Abwegen. Dann baust du dir selbst Hindernisse und Blockaden im Leben auf.

Bei der Motivation gibt es auch eine Unterscheidung zwischen einem rechten und einem linken Pfeil. Das ist sicher auch eine spannende Information. In diesem Beitrag mag ich darauf jedoch nicht näher eingehen. Das würde den Rahmen sprengen.

Ich lade dich ein, mir nicht einfach zu glauben, sondern dein Leben zu reflektieren und dir dein eigenes Bild zu machen. 

Überwinde deinen Frust - Dein Weg zum erfüllten Leben - Human Design Motivation Angst, Hoffnung, Verlangen, Bedürfnis, Schuld und Unschuld

Reflexionsfragen zur Motivation Angst

  • Worin besteht deine Angst?
  • Was macht dich unsicher?
  • Lähmt dich deine Angst, oder motiviert sie dich?
  • In welchen Momenten lenkst du dich ab, indem du die Bedürfnisse der anderen priorisierst? Was steht stattdessen für dich an?
  • Wie könntest du deine momentane Herausforderung in kleine Teilschritte einteilen? Kleine Etappenziele, die dir keine Angst mehr machen und die du bewältigen kannst?

Motivation 2 - Hoffnung

Die Motivation Hoffnung basiert auf einem tiefen Vertrauen. Ein Vertrauen darauf, dass das eigene Überleben gesichert ist. Mit dieser Motivation geht es also ganz im Gegensatz zur ersten Motivation nicht darum, dass das eigene Überleben im Fokus ist oder gar sein soll. Hier geht es nicht darum, dass ich überlebe, sondern darum, wie ich überlebe.

Diese Motivation ist auch meine persönliche Motivation und ich kann bestätigen, dass ich in meinem Leben schon häufiger die Gefahren ausgeblendet und mich wirklich hoffnungsvoll mit dem verbunden habe, was ich wirklich will. Wie ich leben will. Die Hoffnung ist auch die Verbindung zur Spiritualität. Du glaubst an eine Macht in dir, oder daran, dass es eine größere Macht gibt, die alles leitet. Du fokussierst auf Chancen, auf Möglichkeiten und bist immer auch daran interessiert dich zu entwickeln. Mit der Hoffnung ist aus meiner Sicht immer auch eine Vision verbunden. Etwas Höheres, wonach wir streben

Hoffnung ist der Antrieb, um den Blick für deine Möglichkeiten zu öffnen, um Wachstum und Weiterentwicklung zu ermöglichen. Um mehr zu erreichen. 

Dein Schatten - Schuld

Wenn dein Leben dich frustriert und du wenig erfüllt bist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dich viel mit der Frage beschäftigst, wer die Schuld daran zu tragen hat. 

Mit diesem Schatten fühlst du dich wahrscheinlich oft schuldig für Dinge, die gar nichts mit dir zu tun haben. Du denkst, du müsstest dieses oder jenes tun oder du müsstest anders sein. Dann hast du einen inneren Drang, Veränderungen zu bewirken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Tendenz besteht zu viel Verantwortung zu übernehmen und dem Leben nicht mehr zu vertrauen. Die Linie zwei im Human Design hat immer auch etwas mit einem Naturtalent zu tun. Wenn sich die Linie zwei vertrauensvoll dem Fluss des Lebens hingeben kann, kann es sich entfalten. Wenn der Blick jedoch nur darauf gerichtet ist, wer verantwortlich ist, was getan werden muss und was gerade nicht optimal läuft, dann bist du auf dem falschen Pfad. Dein Leben wird anstrengend und erschöpfend sein, wird dich frustrieren.

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Reflexionsfragen zur Motivation Hoffnung

  • Welche höheren Ziele hast du?
  • Welche Hoffnung leitet dich?
  • Wem gibst du die Schuld dafür, dass sich deine Träume / Wünsche noch nicht erfüllt haben? Wen machst du dafür verantwortlich?
  • Wem gibst du die Schuld dafür, dass sich dein Leben so entwickelt hat, wie es sich entwickelt hat?
  • In welchen Momenten schaust du eher zurück, als nach vorn? 
  • Kann es sein, dass du dich mit deiner Vergangenheit von deinen Träumen ablenkst, statt dich dem Leben hinzugeben?
  • Was ist es an der Zeit loszulassen (Groll, Schuldgefühle), damit sich dein Leben für dich entfalten kann?

Motivation 3 - Verlangen

Mit dieser Motivation verlangst du nach dem BESONDEREN. Du möchtest die Welt verändern. Eine schönere, buntere, freudvollere Welt erschaffen. Eine Welt, in der jeder sein volles Potenzial entfalten kann. Du möchtest das Beste, für dich und für diejenigen, die dir am Herzen liegen. Vielleicht möchtest du etwas ganz anderes, aber ich denke, du verstehst den Punkt. 

Hier geht es darum, dass du dich zu etwas sehr stark hingezogen fühlst, wie magnetisch angezogen fühlst und du musst alles dafür tun, damit es sich erfüllen kann. Dieses Verlangen ist wie ein Feuer, das lichterloh in dir brennt und dich antreibt. Dein Verlangen zeigt dir an, was für dich möglich ist.

Du darfst dir erlauben, groß zu träumen und du darfst die Verantwortung dafür übernehmen, was getan werden muss, um dir dieses Leben zu kreieren.

Mit dieser Motivation willst du das Beste erreichen. Dafür schlägt dein Herz und dafür setzt du dich ein. Dafür bewegst du das gesamte Universum.

Die dritte Linie im Human Design lernt durch Versuch und Irrtum. So wird auch dein Weg von Versuch und Irrtum geprägt sein. Entspanne dich und erlaube dir, Erfahrungen zu sammeln. 

Dein Schatten - Unschuld

In deinem Schatten magst du versucht sein, den Kopf in den Sand zu stecken. Du magst denken, dass ohnehin alles egal ist. Ganz gleich, was du tust, es hat keinen Wert. 

Wenn du vom rechten Pfad abgekommen bist, dann hast du die Verbindung zu deinem Verlangen verloren. Dann erinnerst du dich nicht mehr an deine Wünsche.

Vielleicht lehnst du das Materielle ab und tust so, als bräuchtest du all das nicht. Anstatt real in der Welt zu stehen, verlierst du deine Erdung. Möglicherweise suchst du deine Erleuchtung in der Meditation. Versteh mich nicht falsch. Ich liebe selbst die Meditation und sie kann sehr hilfreich sein, um bei uns selbst anzukommen. Es könnte jedoch sein, dass die Meditation dich nicht zu dir führt, sondern dich dazu verleitet, dich von deinem inneren Verlangen und deinen Bedürfnissen zu trennen.

Das wäre für dich persönlich schade, denn

du bist dafür da, dein Verlangen wahrzumachen. Du bist dafür da, einflussreich zu sein.

Das kannst du jedoch nur, wenn du deinem Bestreben folgst und dich weiterentwickelst.

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Reflexionsfragen zur Motivation Verlangen

  • Was willst du wirklich-wirklich?
  • Wonach sehnst du dich? Was willst du erreichen? Materiell oder auch welchen sozialen Status?
  • Wie kannst du dein Ziel erreichen?
  • Glaubst du manchmal, dass du zu viel willst? Zu viel bist? Kein Recht auf deine Wünsche hast? Ist das wirklich wahr?
  • Was führt dazu, dass du dein inneres Feuer erstickst?
  • Darfst du dich und deine Wünsche und Sehnsüchte wichtig nehmen? 
  • Was verbindet dich mit deinem Herzen? Mit deinem inneren Feuer? In welche Richtung möchtest du dein Leben lenken und dich entwickeln?

Motivation 4 - Bedürfnis

Mit deiner Motivation hast du die Gabe zu erkennen, welche Bedürfnisse andere haben. Du siehst, was in Gemeinschaften gebraucht wird. Du kannst dafür sorgen, dass jeder mit dem notwendigsten versorgt wird. Das tust du, indem du hinschaust und siehst, was gebraucht wird, was verbessert werden kann. Deine Gabe ist es, komplexe Situationen zu verstehen und die wichtigen nächsten Aktionen einzuleiten. Du bist davon angetrieben, für positive Veränderungen zu sorgen und Probleme zu eliminieren.

Die vierte Linie steht im Human Design für den Netzwerker. Das sind Menschen, die Menschen lieben. Genauso ist es auch hier.

Du bist angetrieben, für andere und für dich selbst positive Veränderungen zu bewirken. Du willst Weiterentwicklung und auch Wohlstand für dich und dein Umfeld. Das treibt dich an.

Wer viel gibt, bekommt auch viel zurück. Sobald du klar definieren kannst, was du brauchst, wird es aus deinem Netzwerk auch zu dir fließen. Du wirst unterstützt werden. Das Leben entfaltet sich auf leichte Art, denn alles ist im Fluss.

Dein Schatten - Angst

Ganz im Gegensatz zu denen mit der Motivation Angst, ist es für dich nicht hilfreich, der Angst zu folgen. Wenn du dich vor deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen fürchtest und dir nicht traust, wird die Leben nicht in den Fluss kommen. Solange du beispielsweise nicht daran glaubst, es verdient zu haben, kleben deine Wünsche an dir und dein Leben wird sich nicht für dich entfalten können. 

Wenn du in der für dich falschen Umgebung bist, dann bist du nur mit dem beschäftigt, was du selbst brauchst. Dann bist du ständig in Angst, dass sich deine Bedürfnisse nicht erfüllen. In diesem Fall setzt du all deine Energie ein, dafür zu sorgen, dass deine Bedürfnisse erfüllt werden und tust nichts/wenig für dein Umfeld. Folglich kommt auch nichts zurück.

Statt dass du für die Gemeinschaft gutes tust, verlierst du dich im Forschen, Studieren und Absichern. Statt des soliden 80%er versuchst du zu perfektionieren und bringst leider weder dir noch anderen positive Veränderungen, weil einfach alles stockt.

Lass dich von deiner Angst nicht in die Irre führen. Konzentriere dich auf die wichtigen Details und dann vertraue darauf, dass du Gutes tun kannst und auch die verdiente Wertschätzung erhältst.

Reflexionsfragen zur Motivation Bedürfnis

  • Vertraust du darauf, dass deine Bedürfnisse erfüllt werden?
  • Erlaubst du dir Wünsche zu haben? Oder machen sie dir Angst? 
  • Was gibst du für dein Netzwerk/deine Liebsten?
  • Wann folgst du der Angst, statt zu vertrauen?
  • Gibt es Momente, in denen du lieber nichts gibst, aus Sorge, dass es nicht genug sein könnte?
  • Wertschätzt du deine Gaben und inwiefern könntest du sie noch mehr wertschätzen?
  • Weißt du, was du willst?
  • Wann hast du einmal Unterstützung auf deinem Weg erhalten und Dinge erreicht, ohne viel machen zu müssen? 

Motivation 5 - Schuld

Schuld als Motivation zu haben, klingt sicher wenig attraktiv. Wer will sich schon schuldig fühlen und sich damit beschäftigen? Sieh es als eine Frage von Ursache und Wirkung. 

Es geht bei dieser Motivation nicht darum, dass du dich für alles und immer verantwortlich und schuldig fühlen sollst. Du musst nicht alles persönlich verändern. Du hast jedoch einen natürlichen inneren Drang für Verbesserungen. Hast ein gutes Auge dafür, was getan werden muss, um Dinge in Ordnung zu bringen. Das ist dein Antrieb: Dinge in Ordnung zu bringen.

Als Krisenmanager bist du wahrscheinlich die perfekte Besetzung. Es gelingt dir leicht, zu erkennen, was die Ursache dafür ist, wenn etwas nicht funktioniert. Deine Urteilskraft kann helfen, Lösungswege und neue Richtungen zu finden. Du kannst mit Lösungen dienen.

Es ist nicht deine Aufgabe, jedes Problem dieser Welt zu lösen. Schon gar nicht ist es deine Aufgabe, das ganz allein zu TUN. 😉

Viel eher ist es so, dass du eine Gruppe von Menschen durch Veränderungsprozesse leiten kannst.

Deine Motivation ist es, praktische Lösungen für Probleme zu finden. Du bist hier, um die Dinge besser zu machen, deshalb wird die Schuldfrage in deinem Leben auch immer eine Rolle spielen dürfen.

Es geht in deinem Leben immer darum, dir über Ursache und Wirkung bewusst zu werden und notwendige Veränderungen anzustoßen. 

Dein Schatten - Hoffnung

Die fünfte Linie ist eine wichtige Linie für das Kollektiv. Sie trägt immer viel Verantwortung. Wenn du dich mit der Motivation Schuld deiner Verantwortung versuchst zu entziehen, dann lebst du in fatalistischer Hoffnung. 

Mit diesem Schatten siehst du sehr wohl, was falsch läuft, doch du tust nichts. Du hoffst einfach, dass sich die Dinge fügen werden. Wenn du das tust, ohne dass du irgendwelche Anhaltspunkte hast, die deine Hoffnung untermauern, dann entziehst du dich deiner Verantwortung und kommst vom rechten Weg ab. Du solltest nicht wegschauen. Das schadet in erster Linie dir selbst.

Manchmal kommen Menschen mit dieser Motivation zu mir ins Coaching und fragen nach einer Lösung. Witzigerweise kennen sie den Lösungsweg schon. Sie hatten nur die Hoffnung, dass ich ihnen den Weg abnehme. Leider funktioniert das nicht.

Du kannst nicht vor deiner Verantwortung flüchten. Das mag sich mitunter nach einer Last anfühlen. Du kannst es jedoch auch als eine Ehre betrachten. Ein Perspektivwechsel kann sehr hilfreich sein.

Du musst die Veränderung nicht allein gestalten. Das ist nicht deine Aufgabe. Wenn du jedoch siehst, was verbessert werden muss, dann solltest du mindestens die Verantwortung für deine eigene Rolle einnehmen. Sonst kann sich dein Leben nicht für dich entfalten. Du bist dafür da, die Dinge in Ordnung zu bringen.

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Reflexionsfragen zur Motivation Schuld

  • Magst du es, Dinge zu verbessern? Sie zu reparieren?
  • Hast du ein gutes Gespür für Ursache und Wirkung? Siehst du oft pragmatische Lösungsansätze? 
  • Wann versuchst du dich deiner Verantwortung zu entziehen? Wann setzt du auf das Prinzip Hoffnung?
  • Denkst du viel darüber nach, wie die Dinge verbessert werden könnten? Erkennst du leicht, wenn die Dinge so wie sie laufen, anderen schaden?
  • Fährst du besser, wenn du die Verantwortung übernimmst, oder wenn du hoffst, jemand anderes übernimmt?
  • Gehst du manchmal wichtige Themen nicht an, weil du Angst hast, du musst alles allein erledigen? Wen könntest du mit ins Boot holen? Welche Teilaufgaben delegieren?
  • Wann flüchtest du dich aus deiner Verantwortung? Was könntest du stattdessen tun?

Motivation 6 - Unschuld

Ist deine Motivation die Unschuld, dann darfst du absichtslos beobachten. Dann bist du wie die sechste Linie im Human Design als Vorbild gedacht. Du darfst das Menschsein in allen Facetten erfahren. Die sechste Linie ist oft etwas abseits vom Geschehen und wird nicht immer von anderen verstanden. Sie tickt einfach anders. Sie hat den Überblick und denkt auf einem anderen Level als die anderen Linien.

Deine Motivation ist also eigentlich keine Motivation. Für dich geht es nur darum zu sein und dich deinem Leben hinzugeben. Du tust die Dinge bestenfalls absichtslos und unschuldig.

Für dich ist es das Beste, wenn du authentisch du selbst bist und gar nicht versuchst irgendetwas zu sein, zu werden oder zu tun.

Damit kannst du das größte Vorbild für andere sein. Denn du strahlst damit eine ganz besondere Leichtigkeit aus, wirkst magnetisch.

Dein Leben entfaltet sich, wenn du unschuldig und absichtslos agierst, wenn du auf deine ureigene Art du-selbst bist. Du musst nichts in irgendeine Richtung drängen. Kannst als sechste Linie das große Ganze sehen. Wahrscheinlich magst du Ungerechtigkeiten und einseitige Sichtweisen nicht sonderlich. Wisse, das ist Teil deiner Aufgabe. Du kannst als Vorbild für uns alle vorausgehen und für dich kannst du aus deiner Beobachterperspektive heraus Erkenntnisse über die Menschen und das Leben gewinnen. Du kannst verstehen und deine Beziehungen dadurch bereichern.

Dein Schatten - Verlangen

Auch mit der Motivation Unschuld bist du nicht vor einem Schatten gefeit. Du wirst die Momente kennen, in denen du beobachtest und dann denkst, da kann ich nicht länger zuschauen. Da muss ich eingreifen. Ich muss etwas tun. Vielleicht kommst du auf diese Art sogar unbeabsichtigt in eine Führungsposition hinein und bist fortan gezwungen, deinen Blick vom großen Ganzen abzuwenden und dich auf Aufstieg und Veränderung zu fokussieren. Du wirst dann gezwungen sein, bestimmte Aspekte deiner Wahrnehmung zu unterdrücken und auszublenden. Damit kannst du dann nicht mehr du selbst sein und das ist schmerzhaft. Du kannst dann Ungerechtigkeit nicht leiden und musst vielleicht dennoch ungerechte Entscheidungen treffen.

Mit der Motivation Unschuld geht es in deinem Leben darum, ein Vorbild zu sein. Es geht darum, absichtslos zu sein und den Überblick zu bewahren.

Es geht NICHT darum, dich und dein Verlangen (oder das einer Gemeinschaft) in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist genau das, was dich von deinem Weg abbringt. Es mag sich seltsam anhören, aber indem du deine persönlichen Wünsche aufgibst und unschuldig und absichtslos wirkst, entfaltet sich dein Leben. 

Ich übernehme keine Verantwortung dafür. Entscheide bitte für dich, ob du in dein eigenes Experiment gehen und überprüfen magst, was passiert. 😉

Überwinde deinen Frust - Dein Weg zum erfüllten Leben - Human Design Motivation Angst, Hoffnung, Verlangen, Bedürfnis, Schuld und Unschuld

Reflexionsfragen zur Motivation Unschuld

  • Bist du gern der Beobachter?
  • Kannst du gut erkennen, was andere antreibt und motiviert?
  • Bist du manchmal versucht, bei Ungerechtigkeiten einzugreifen? Tut es dir gut, wenn du das tust?
  • Fühlst du dich manchmal gedrängt, deine eigenen Wünsche und Ziele zu benennen und ihnen zu folgen?
  • Wann versuchst du eigene Wünsche zu verfolgen? 
  • Wie fühlt es sich an, von anderen beobachtet zu werden?  Ihnen als Vorbild zu dienen?
  • Wie kann deine Unschuld wirken? 

Einladung zur Selbstreflexion

Wenn du über deine Motivation nachdenkst, dann solltest du dabei immer einen liebevollen Blick auf dich selbst halten.

Erkenne an, dass sowohl deine Motivation, als auch dein Schatten ein Teil von dir sind.

Dieses Wissen kann dir helfen, deine Stärken zu nutzen und mit diesem Wissen deine Herausforderungen zu meistern. Es sollte nicht dazu dienen, dich selbst kleinzumachen.

Bei jeder Motivation habe ich bereits einige Fragen für dich zusammengestellt. Nutze sie für dich, um dir selbst näherzukommen und dafür dich und andere besser zu verstehen. Im Folgenden gebe ich dir noch ein paar allgemeine Fragen mit:

  • Was treibt dich in deinem Leben an?
  • Folgst du eher deiner ureigenen Motivation, oder deinem Schatten?
  • In welchen Momenten bist du deiner Motivation gefolgt und wie hat sich das angefühlt? Welche Auswirkungen hatte es in deinem Leben?
  • Denke an Momente, in denen du deinem Schatten gefolgt bist. Wie hat sich das in deinem Alltag gezeigt? Welche Auswirkungen hatte das auf dein Leben?
  • Wie könntest du deine Motivation nutzen, um über den Frust in deinem Leben hinwegzukommen? Wie kann sie dir helfen, dein Leben bewusster zu gestalten.

 

Good to know 

Laut den Lehren von Ra Uru Hu kann sich deine Motivation erst korrekt entfalten, wenn du in der für dich korrekten Umgebung bist und wenn du dich für dich gesund ernährst. Zumindest kann es sich wohl nur bedingt entfalten. Ich für mich kann sagen, dass meine Transferenz Schuld sich in meinem früheren toxischen Umfeld sehr ausgeprägt gezeigt hat. Ich habe sehr viel in Schuld gedacht und entsprechend agiert. War für mich nicht vorteilhaft. Ganz im Gegenteil, es hat mich oft aufgehalten und gehemmt.

Fazit

Deine Motivation treibt dich an. Wir alle sind unterschiedlich. Was für dich motivierend ist, kann für jemand anderen schädlich sein. Was dich motiviert, kann also deinen Partner oder dein Kind zutiefst verletzen.

Wenn dein Leben dich bisher gefrustet hat und du dir ein erfüllteres Leben wünschst, dann empfehle ich dir, mit deiner Motivation zu experimentieren.

Ich habe persönlich die Erfahrung machen dürfen, dass mich mein Schatten der Schuld über viele Jahre gefangene gehalten hat und meine wahre Kraft in der Hoffnung steckt. Wenn ich über Schuld sprach, stieß ich häufig auf Ablehnung. Spreche ich jedoch über die Hoffnung, werde ich viel öfter verstanden. Lass mich wissen, ob das Zufall ist, oder ob es dir mit deiner Motivation ähnlich geht. 😉

Ich bin sicher, dass du sowohl deine ureigene Motivation kennst, als auch deinen Schatten. Wir schwanken sicher immer wieder zwischen diesen beiden Extremen. Doch nun hast du eine Idee davon, welche Seite für dich und für die Entfaltung deines Lebens förderlich ist.